Disclaimer

 

In jedem größeren Unternehmen, in vielen Verbänden, bei Lobbygruppen und seit Jahren auch in Medien tummeln sich "Chefvolkswirte".

 

"Chefs" sind oft wenig sympathische Wesen und Volkswirte, na ja... Nach der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise meint jeder/jede zu wissen, was von denen zu halten ist. Haben wohl nix anständiges gelernt.  Der Chefvolkswirt vereint für viele schlechtes aus beiden Welten. Es ist eben kein geschützter Begriff und kein Gütesiegel, wie täglich zu hören und lesen ist.

 

Auf dieser Website werde ich eigene Arbeiten vorstellen, mich interessierende Themen und Vorgänge kommentieren. Die Güte sollen andere beurteilen. Anmerkungen und Anregungen sind stets willkommen - außer von Internet-Trollen!


aktuelle Publikationen

Der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland und seine Genese. Von der Lebensstandardsicherung zur Altersarmut für Millionen

 

Die Rentenreformen der letzten Jahrzehnte waren Ausdruck einer internationalen Transformation der Organisation und Finanzierung der Alterssicherung. Kernstück dieses Reformzyklus ist die Umstellung von den öffentlich über Steuern/Abgaben im Umlageverfahren finanzierten Systemen hin zu kapitalmarktfundierten Modellen. Hierbei kam es u.a. zu einer stärkeren Umstellung auf die private/betriebliche Vorsorge und individuelle Risikoübernahme. Der beabsichtigte Strukturbruch bei der Alterssicherung zeigt mittlerweile deutliche negative Effekte. Weder konnte eine stabilere, kostengünstigere, effizientere Alterssicherung für die Mehrheit der Beschäftigten etabliert werden, noch förderten das kapitalmarktzentrierte Verfahren automatisch Innovationen und Wirtschaftswachstum.

 

Praktisch werden schon heute die politischen Versprechen der Reformbefürworter durch die Realität widerlegt. Die Armut unter den Älteren wächst stetig und wird künftig aufgrund der Deformationen des Rentensystems, auf dem Arbeitsmarkt und der Ungleichheit drastisch zunehmen. Dennoch hält der fatale Rentenkonsens in den entscheidenden Bereichen der Politik und Sozialwissenschaft, vielen Medien und der deutschen Gesellschaft. Ein radikaler Paradigmenwechsel und eine klare Korrektur der fehlerhaften Reformgesetze sind aktuell nicht absehbar. Dabei wäre es höchste Zeit, denn mit jeder weiteren Verzögerung steigt die Wahrscheinlichkeit für einen weitgehenden Zusammenbruch des Alterssicherungssystems in den kommenden Jahren. Der Hintergrund dieser Entwicklung wird in dem Beitrag analysiert und beschrieben.

In aktuellen Auseinandersetzungen um Freihandelsverträge wird häufig Freihandel dem Protektionismus gegenüber gestellt. Demnach sei Freihandel gut und alles, was nur im Entferntesten nach Handelsbeschränkungen aussieht, ist schlecht. Wer gegen die totale Öffnung von Märkten argumentiert, wird gern unterstellt, generell gegen Handel zu sein. Dabei geht es in den meisten Fällen nicht darum, ob internationaler Handel betrieben wird. Die entscheidende Frage ist, zu welchen Bedingungen dies geschieht.

 

Für Medien, Unternehmensvertreter und Politiker steht Freihandel fast automatisch sowohl für ökonomischen Wohlstand als auch für sozialen und technologischen Fortschritt sowie politische Freiheit. Doch diese Erzählung hat Risse bekommen. Das komplette Gegenteil predigen wiederum Donald Trump und viele Rechtspopulisten in Europa: Sie wollen vielfach mit protektionistischen Maßnahmen die heimische Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen. Doch mit der schablonenartigen Argumentation »Freihandel vs. Protektionismus« kommt man nicht weit, um diese Entwicklung zu verstehen. Dass weder schrankenloser Freihandel noch protektionistische Abschottung den Weg für einen gerechten Welthandel ebnen kann, zeigt in anschaulicher und differenzierter Weise der neue AttacBasisText Friede, Freude, Freihandel.

 

http://www.vsa-verlag.de/nc/detail/artikel/freihandel-deckmantel-wirtschaftlicher-macht/

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AttacBasisTexte 49_Freihandel_Leseprobe.
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Die DVAG-Erfolgsgeschichte: Ein Familienkonzern als Wohlstandsquelle" im  Sammelband "Die gekaufte Stadt?"

 

www.rosalux.de/publication/42126/die-gekaufte-stadt.html

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Die gekaufte Stadt_Chwala_ua_VSA 2016.pd
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Artikel

Marcel Fratzscher ad absurdum geführt: Isch over!

Da fahre ich gestern auf der Autobahn und höre durch Zufall beim Deutschlandfunk rein. Ich traue meinen Ohren nicht. Im Interview geben der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratscher, und, als sein Stichwortgeber, Jasper Barenberg eine der vielen seichten Wortmeldungen zu Trump und dessen Handelspolitik zum Besten. Als ob die narzistischen Störungen und Schübe des neuen US-Präsidenten nicht schon schlimm genug wären. Viele der hiesigen Medienvertreter und geistigen Eliten hinken den Ankündigungen und Handlungen des 45. US-Präsidenten hoffnungslos hinterher. Wer so irrlichtert, wird weder die möglichen Entwicklungen der kommenden Monate einordnen, noch dem viel und zurecht gescholtenen Rechtspopulismus ansatzweise begegnen können. Ich will es kurz machen und einige der absurdesten Aussagen von Marcel Fratzscher zugespitzt kommentieren. Wer mag, soll sich darüber hinaus das ganze Interview anhören bzw. durchlesen und sich ein eigenes Bild machen.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2017/01/marcel-fratzscher-ad-absurdum-gefuhrt-isch-over-von-christian-christen/


Furor der Alternativlosigkeit - Ein Trump und seine Wirkungen

 

Eine Präsidentenwahl in den USA und die veröffentlichte Meinung schlägt Purzelbäume. Schwankend zwischen Hysterie, die es unter dem nahenden Weltuntergang oder Ende der liberalen Demokratie nicht macht, bis zur breit ausgestellten eigenen Naivität – “wie konnte das bloß passieren” – wird die Wahl Donald Trumps zur Projektionsfläche unzähliger Beiträge in Funk, Fernsehen und Print und formt eine verwirrte und verwirrende Kakophonie. Nur sind publizistische Meinungsäußerungen und die Projektion eigener Befindlichkeiten kaum hilfreich, um Wahl- und Abstimmungsergebnisse (siehe BREXIT) “voraussagen” zu können. Eben so wenig erklären sie im Nachklapp die “völlig” unerwarteten Ergebnisse und Ereignisse, was wir in Dauerschleife beobachten können. Aber Zurückhaltung, das kritische Eingeständnis, gesellschaftliche wie politische Entwicklungen kaum mehr erfassen zu können und der Versuch, sich weniger aufgeregt und stattdessen analytisch einigen Phänomenen anzunähern, ist nicht angesagt. Dabei wäre es höchste Zeit dafür, da der konventionelle Medien- und Politikbetrieb ein eher erbärmliches Bild abgibt. Zum großen Teil selbstverschuldet, weil für vieles realitätsblind.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2016/11/furor-der-alternativlosigkeit-%E2%80%93-ein-trump-und-seine-wirkungen-von-christian-christen/

 


CETA und Mordio – Wie Polit-Clowns und Journalisten die Realität verdrehen

 

Wer die Berichterstattung rund um die gescheiterte Annahme des CETA-Vertragstextes beim EU-Gipfel am 20./21. Oktober bis heute verfolgt, findet viele Hinweise, warum sich immer mehr Menschen von der offiziellen Politik und vielen Medien kopfschüttelnd abwenden. Sachliche Informationen sind Mangelware, ersetzt von einer Personalisierungsshow, von Stimmungsmache und Meinungsjournalismus erster Güte. Nahezu bar jeder Erkenntnis rücken der Inhalt der weitreichenden Handels- und Investitionsabkommen und deren mögliche Folgen wie die öffentliche Kritik der letzten Jahre in den Hintergrund und es offenbart sich bei vielen “Meinungsführern” ein geradezu abschreckend naives und zugleich autoritäres Demokratieverständnis.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2016/10/ceta-und-mordio-%e2%80%93-wie-polit-clowns-und-journalisten-die-realitat-verdrehen-von-christian-christen/