Disclaimer

 

"Chefs" sind oft wenig sympathische Wesen und Volkswirte, na ja... Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 meint jeder zu wissen, was von denen noch zu halten ist. Haben wohl nix anständiges gelernt. Der Chefvolkswirt vereint schlechtes aus beiden Welten. Es ist eben kein geschützter Begriff und kein Gütesiegel, wie oft täglich zu hören und lesen ist.

 

Auf dieser Website werde ich eigene Arbeiten vorstellen, mich interessierende Themen und Vorgänge kommentieren. Die Güte sollen andere beurteilen. Anmerkungen und Anregungen sind stets willkommen.


Neu

Christian Christen
Alter(n) im Kapitalismus
Die Rentenfrage im Kontext sozialer Reproduktion

 

in: Marx, die Poren des Arbeitstags und neue Offensiven des Kapitals
264 Seiten, Broschur.
ISBN 978-3-320-02366-9
Karl Dietz Verlag Berlin GmbH 2020

https://dietzberlin.de/Stuetzle-Ingo-Work-Work-Balance

 

Wie im Kapitalismus aus Geld mehr Geld werden kann, zeigt Marx im »Kapital«. Das Zauberwort lautet Ausbeutung. Sie umfasst auch immer die Verfügungsmacht über die Arbeits- und Lebenszeit derjenigen, die ausgebeutet werden. Es wundert also nicht, dass eines der zentralen Kapitel im »Kapital« den Arbeitstag und seine Grenzen diskutiert. Ebenso wenig verwundern die immerwährenden Forderungen von Unternehmensverbänden nach längeren und flexibleren Arbeitszeiten inkl. längerer Lebensarbeitszeit. »Work-Work-Balance« geht vor diesem Hintergrund auf der Suche nach einem besseren Leben jenseits von Selbstoptimierung und Arbeitsverdichtung den historischen und vor allem aktuellen Kämpfen um Lebens- und Arbeitszeit nach.

 


Ansichtssache

Industriepolitik - Wer braucht denn sowas?

 

Anfang Februar legte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen kurzen Text mit dem gewichtigen Titel Nationale Industriestrategie 2030 vor, mit dem er eine Debatte um künftige Schlüsseltechnologien und die Entwicklung industrieller Kernbereiche in Deutschland (u.a. Metall-Herstellung/Verarbeitung, Maschinen-und Anlagenbau, chemische Industrie, Automobilsektor und Medizintechnik) anstoßen wollte. Im Papier des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) geht es also um die produktive Basis der Volkswirtschaft, deren Zustand und Zukunft. Angelehnt an die vor vier Jahren präsentierte Industriestrategie Made in China 2025 prangt auf dem BMWi-Deckblatt ein graues „Made in Germany“ Label. Gepasst hätte auch „Germany First“. Aber ein solch kontrastierender Bezug auf die US-Doktrin wäre politisch nicht korrekt gewesen.

 

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Industriepolitik - Wer braucht denn sowa
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Publikationen

Der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland und seine Genese. Von der Lebensstandardsicherung zur Altersarmut für Millionen

 

Die Rentenreformen der letzten Jahrzehnte waren Ausdruck einer internationalen Transformation der Organisation und Finanzierung der Alterssicherung. Kernstück dieses Reformzyklus ist die Umstellung von den öffentlich über Steuern/Abgaben im Umlageverfahren finanzierten Systemen hin zu kapitalmarktfundierten Modellen. Hierbei kam es u.a. zu einer stärkeren Umstellung auf die private/betriebliche Vorsorge und individuelle Risikoübernahme. Der beabsichtigte Strukturbruch bei der Alterssicherung zeigt mittlerweile deutliche negative Effekte. Weder konnte eine stabilere, kostengünstigere, effizientere Alterssicherung für die Mehrheit der Beschäftigten etabliert werden, noch förderten das kapitalmarktzentrierte Verfahren automatisch Innovationen und Wirtschaftswachstum.

 

Praktisch werden schon heute die politischen Versprechen der Reformbefürworter durch die Realität widerlegt. Die Armut unter den Älteren wächst stetig und wird künftig aufgrund der Deformationen des Rentensystems, auf dem Arbeitsmarkt und der Ungleichheit drastisch zunehmen. Dennoch hält der fatale Rentenkonsens in den entscheidenden Bereichen der Politik und Sozialwissenschaft, vielen Medien und der deutschen Gesellschaft. Ein radikaler Paradigmenwechsel und eine klare Korrektur der fehlerhaften Reformgesetze sind aktuell nicht absehbar. Dabei wäre es höchste Zeit, denn mit jeder weiteren Verzögerung steigt die Wahrscheinlichkeit für einen weitgehenden Zusammenbruch des Alterssicherungssystems in den kommenden Jahren. Der Hintergrund dieser Entwicklung wird in dem Beitrag analysiert und beschrieben.


 

Die DVAG-Erfolgsgeschichte: Ein Familienkonzern als Wohlstandsquelle" im  Sammelband "Die gekaufte Stadt?"

 

www.rosalux.de/publication/42126/die-gekaufte-stadt.html

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Die gekaufte Stadt_Chwala_ua_VSA 2016.pd
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