Disclaimer

 

"Chefs" sind oft wenig sympathische Wesen und Volkswirte, na ja... Nach der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 meint jeder zu wissen, was von denen noch zu halten ist. Haben wohl nix anständiges gelernt. Der Chefvolkswirt vereint schlechtes aus beiden Welten. Es ist eben kein geschützter Begriff und kein Gütesiegel, wie oft täglich zu hören und lesen ist.

 

Auf dieser Website werde ich eigene Arbeiten vorstellen, mich interessierende Themen und Vorgänge kommentieren. Die Güte sollen andere beurteilen. Anmerkungen und Anregungen sind stets willkommen.


Ansichtssache

Industriepolitik - Wer braucht denn sowas?

 

Anfang Februar legte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) einen kurzen Text mit dem gewichtigen Titel Nationale Industriestrategie 2030 vor, mit dem er eine Debatte um künftige Schlüsseltechnologien und die Entwicklung industrieller Kernbereiche in Deutschland (u.a. Metall-Herstellung/Verarbeitung, Maschinen-und Anlagenbau, chemische Industrie, Automobilsektor und Medizintechnik) anstoßen wollte. Im Papier des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWi) geht es also um die produktive Basis der Volkswirtschaft, deren Zustand und Zukunft. Angelehnt an die vor vier Jahren präsentierte Industriestrategie Made in China 2025 prangt auf dem BMWi-Deckblatt ein graues „Made in Germany“ Label. Gepasst hätte auch „Germany First“. Aber ein solch kontrastierender Bezug auf die US-Doktrin wäre politisch nicht korrekt gewesen.

 

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Industriepolitik - Wer braucht denn sowa
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Elefant im Raum - Mit der US-Zollkeule eskaliert der Handelsstreit auf offener Bühne

 

Die Ankündigung von Präsident Trump zur Gewährleistung der nationalen Sicherheit der USA zum 23. März den Import von Stahl und Aluminium mit Strafzöllen von 25 bzw. 10 Prozent zu belegen hielten viele zunächst für einen Scherz. Trotz aller bislang ins Spiel gebrachten Ausnahmen für Argentinien, Brasilien, Australien, Neuseeland, Südkorea, den NAFTA Partnern Kanada/Mexiko  - und in letzter Minute für die EU bis zum 1. Mai – ist der Tenor bis heute: Trump und seine Entourage würden die segensreichen Effekte des freien Handels immer noch nicht verstehen und so müsse man den begriffsstutzigen Köpfen nur die richtigen Argumente liefern. Alle müssten bloß so sein wie wir in Deutschland, der Exportweltmeister schlechthin. Wettbewerbsfähig bis Anschlag durch qualitativ hochwertige Produkte, die uns aus der Hand gerissen werden und eine Gesellschaft, die sparsam ist bis es quietscht – so die Made in Germany Attitüde vieler Wortmeldungen.

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Publikationen

Der neoliberale Rentenkonsens in Deutschland und seine Genese. Von der Lebensstandardsicherung zur Altersarmut für Millionen

 

Die Rentenreformen der letzten Jahrzehnte waren Ausdruck einer internationalen Transformation der Organisation und Finanzierung der Alterssicherung. Kernstück dieses Reformzyklus ist die Umstellung von den öffentlich über Steuern/Abgaben im Umlageverfahren finanzierten Systemen hin zu kapitalmarktfundierten Modellen. Hierbei kam es u.a. zu einer stärkeren Umstellung auf die private/betriebliche Vorsorge und individuelle Risikoübernahme. Der beabsichtigte Strukturbruch bei der Alterssicherung zeigt mittlerweile deutliche negative Effekte. Weder konnte eine stabilere, kostengünstigere, effizientere Alterssicherung für die Mehrheit der Beschäftigten etabliert werden, noch förderten das kapitalmarktzentrierte Verfahren automatisch Innovationen und Wirtschaftswachstum.

 

Praktisch werden schon heute die politischen Versprechen der Reformbefürworter durch die Realität widerlegt. Die Armut unter den Älteren wächst stetig und wird künftig aufgrund der Deformationen des Rentensystems, auf dem Arbeitsmarkt und der Ungleichheit drastisch zunehmen. Dennoch hält der fatale Rentenkonsens in den entscheidenden Bereichen der Politik und Sozialwissenschaft, vielen Medien und der deutschen Gesellschaft. Ein radikaler Paradigmenwechsel und eine klare Korrektur der fehlerhaften Reformgesetze sind aktuell nicht absehbar. Dabei wäre es höchste Zeit, denn mit jeder weiteren Verzögerung steigt die Wahrscheinlichkeit für einen weitgehenden Zusammenbruch des Alterssicherungssystems in den kommenden Jahren. Der Hintergrund dieser Entwicklung wird in dem Beitrag analysiert und beschrieben.


 

Die DVAG-Erfolgsgeschichte: Ein Familienkonzern als Wohlstandsquelle" im  Sammelband "Die gekaufte Stadt?"

 

www.rosalux.de/publication/42126/die-gekaufte-stadt.html

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Die gekaufte Stadt_Chwala_ua_VSA 2016.pd
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Kommentare

Marcel Fratzscher ad absurdum geführt: Isch over!

Da fahre ich gestern auf der Autobahn und höre durch Zufall beim Deutschlandfunk rein. Ich traue meinen Ohren nicht. Im Interview geben der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratscher, und, als sein Stichwortgeber, Jasper Barenberg eine der vielen seichten Wortmeldungen zu Trump und dessen Handelspolitik zum Besten. Als ob die narzistischen Störungen und Schübe des neuen US-Präsidenten nicht schon schlimm genug wären. Viele der hiesigen Medienvertreter und geistigen Eliten hinken den Ankündigungen und Handlungen des 45. US-Präsidenten hoffnungslos hinterher. Wer so irrlichtert, wird weder die möglichen Entwicklungen der kommenden Monate einordnen, noch dem viel und zurecht gescholtenen Rechtspopulismus ansatzweise begegnen können. Ich will es kurz machen und einige der absurdesten Aussagen von Marcel Fratzscher zugespitzt kommentieren. Wer mag, soll sich darüber hinaus das ganze Interview anhören bzw. durchlesen und sich ein eigenes Bild machen.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2017/01/marcel-fratzscher-ad-absurdum-gefuhrt-isch-over-von-christian-christen/


Furor der Alternativlosigkeit - Ein Trump und seine Wirkungen

 

Eine Präsidentenwahl in den USA und die veröffentlichte Meinung schlägt Purzelbäume. Schwankend zwischen Hysterie, die es unter dem nahenden Weltuntergang oder Ende der liberalen Demokratie nicht macht, bis zur breit ausgestellten eigenen Naivität – “wie konnte das bloß passieren” – wird die Wahl Donald Trumps zur Projektionsfläche unzähliger Beiträge in Funk, Fernsehen und Print und formt eine verwirrte und verwirrende Kakophonie. Nur sind publizistische Meinungsäußerungen und die Projektion eigener Befindlichkeiten kaum hilfreich, um Wahl- und Abstimmungsergebnisse (siehe BREXIT) “voraussagen” zu können. Eben so wenig erklären sie im Nachklapp die “völlig” unerwarteten Ergebnisse und Ereignisse, was wir in Dauerschleife beobachten können. Aber Zurückhaltung, das kritische Eingeständnis, gesellschaftliche wie politische Entwicklungen kaum mehr erfassen zu können und der Versuch, sich weniger aufgeregt und stattdessen analytisch einigen Phänomenen anzunähern, ist nicht angesagt. Dabei wäre es höchste Zeit dafür, da der konventionelle Medien- und Politikbetrieb ein eher erbärmliches Bild abgibt. Zum großen Teil selbstverschuldet, weil für vieles realitätsblind.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2016/11/furor-der-alternativlosigkeit-%E2%80%93-ein-trump-und-seine-wirkungen-von-christian-christen/

 


CETA und Mordio – Wie Polit-Clowns und Journalisten die Realität verdrehen

 

Wer die Berichterstattung rund um die gescheiterte Annahme des CETA-Vertragstextes beim EU-Gipfel am 20./21. Oktober bis heute verfolgt, findet viele Hinweise, warum sich immer mehr Menschen von der offiziellen Politik und vielen Medien kopfschüttelnd abwenden. Sachliche Informationen sind Mangelware, ersetzt von einer Personalisierungsshow, von Stimmungsmache und Meinungsjournalismus erster Güte. Nahezu bar jeder Erkenntnis rücken der Inhalt der weitreichenden Handels- und Investitionsabkommen und deren mögliche Folgen wie die öffentliche Kritik der letzten Jahre in den Hintergrund und es offenbart sich bei vielen “Meinungsführern” ein geradezu abschreckend naives und zugleich autoritäres Demokratieverständnis.

 

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http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2016/10/ceta-und-mordio-%e2%80%93-wie-polit-clowns-und-journalisten-die-realitat-verdrehen-von-christian-christen/